Das deutsche Bier Reinheitsgebot

Seit über 500 Jahren existiert das Reinheitsgebot für deutsches Bier. Der europäische Gedanke und der Europäische Gerichtshof haben zwar für Lockerungen gesorgt, für den heimischen Markt gedachtes Bier wird dennoch aus nur wenigen und hochwertigen Bestandteilen in Deutschland gebraut.

Das deutsche Bier ReinheitsgebotWährend international mit vielen verschiedenen Inhaltsstoffen und Geschmacksrichtungen experimentiert wurde, waren die deutschen Bierbrauer bei der Produktion ihrer Biere durch das Reinheitsgebot eingeschränkt. Dies bedeutete für den Biertrinker ein begrenztes Angebot, das sich aber durch besonders hohe Qualität und Reinheit auszeichnet. Die rechtlichen Vorgaben haben sich zwischenzeitlich zugunsten einer größeren Vielfalt der Bierarten geändert.


Das Reinheitsgebot im Überblick


Bier besteht nach dem Reinheitsgebot aus Hopfen, Gerste und Wasser. Das alleine deckte selbst vor der Änderung durch die EU nicht alle angebotenen Biersorten ab, da von Anfang an Weizenbiere ebenfalls gebraut wurden. Daneben besteht ein Unterschied, ob es sich um untergäriges oder obergäriges Bier handelt. Untergärige Biere, die bei niedriger Temperatur vergoren werden, unterliegen deutlich strengeren Regeln. Aktuell gilt, dass Biere ausländischer Produzenten an das Reinheitsgebot nicht gebunden sind. Solange ihre Erzeugnisse den sonstigen Vorschriften über Lebensmittel entsprechen, können sie diese in Deutschland auch unter der früher nicht zugelassenen Bezeichnung als Bier verkaufen. Deutsche Brauereien benötigen entweder eine Sondergenehmigung oder sie brauen untergäriges Bier nach dem Reinheitsgebot, wenn sie es im Inland anbieten wollen. Für den Export bestimmtes Bier unterliegt diesen Begrenzungen nicht.


Wechselhafte Brauvorschriften


Die Vorgaben, die mit dem Reinheitsgebot bereits durch den bayrischen Herzog Albrecht IV. 1487 gemacht wurden, hatten nicht durchgehend seit der Übernahme in die Bayrische Landesordnung 1516 Bestand. Erst im 19. Jahrhundert mit der Reichsgründung erfolgte auch bei den Brauordnungen wie bei vielen anderen einzelstaatlichen Regelungen eine Harmonisierung. Diese prägte dann allerdings bis zur Aufhebung durch den Europäischen Gerichtshof die Bierherstellung in Deutschland. Entgegen dem internationalen Trend, beim Bierbrauen auch geschmacklich neue Wege zu gehen, war lange Zeit nur die traditionelle Zusammensetzung möglich. Durch die Lockerung des Reinheitsgebots weist inzwischen auch der deutsche Markt eine große Vielfalt an Biersorten auf, die nicht nur das traditionelle Geschmacksempfinden bedienen.