Fruktose-Intoleranz

In den letzten Jahren hat der Fruktose-Gehalt unserer Nahrung zumindest unter den bereits zubereiteten Produkten immer mehr zugenommen. Nicht jeder verträgt allerdings solch große Mengen des Zuckers, so dass in gleicher Weise die Häufigkeit des Auftretens von Fruktose-Intoleranzen angestiegen ist.

Allgemein

Unter dem Begriff Fruktoseintoleranz werden zwei in ihrer Ursache und Auswirkung sehr unterschiedliche Erkrankungen zusammengefasst: die Fruktose-Resorptionsstörung, auch intestinale Fruktoseintoleranz genannt, und eine Stoffwechselerkrankung mit der medizinischen Bezeichnung hereditäre Fruktoseintoleranz. Letztere kommt hierzulande aber nur sehr selten vor während von der intestinalen Fruktoseintoleranz etwa ein Drittel der Mitteleuropäer betroffen sind. Beiden gemeinsam ist die Tatsache, dass der Körper Probleme mit dem Zucker Fruktose hat. Fructose in der Nahrung hat sich durch die industriellen Süßungsmittel drastisch erhöht.

Ursachen und Ausprägung der Erkrankung

Bei Fruktose handelt es sich um den sogenannten Fruchtzucker, welcher chemisch der Glucose – dem Traubenzucker – ähnelt. Wie der Name vermuten lässt, enthalten Früchte hauptsächlich diesen Zucker und keinen Rohr- oder Traubenzucker. Aber auch Rohrzucker enthält indirekt Traubenzucker, weil er eine Verbindung aus Trauben- und Fruchtzucker darstellt. Menschen mit der intestinalen Fruktoseintoleranz haben Probleme, Fruchtzucker aus der Nahrung aufzunehmen, weshalb dieser in den Dickdarm gelangt. Dort wird er von Bakterien verarbeitet, wobei Gase und Stoffe entstehen, welche zu Durchfall, Blähungen und Schmerzen führen können. Sekundär kann es zu Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit kommen. Langfristig sind Mangelerscheinungen aufgrund des gereizten Darms möglich.

Das richtige Ernährungskonzept

Heutzutage wird Fruktose in vielen bereits verarbeiteten Lebensmitteln als Süßstoff eingesetzt. Im Allgemeinen wird auch mehr Obst verzehrt als noch vor 100 Jahren. Verglichen zu früher ist deshalb die tägliche durchschnittliche Aufnahmemenge deutlich gestiegen. Natürlich kann eine reduzierte Fruchtzuckeraufnahme am besten eine Linderung der Symptome bringen. Ganz verzichten ist aber kaum möglich und auch gar nicht ratsam. Deshalb gilt es, die Verdauung sinnvoll zu beeinflussen, um zu verhindern, dass die Fructose in den Dickdarm gelangt. So weiß man, dass Glukose die Aufnahme von Fruktose steigert. Wird zeitgleich etwas Fett verzehrt, so dauert die Darmpassage deutlich länger, was die Fruktoseaufnahme ebenfalls fördert.

Empfehlungen zu besonderen Lebensmitteln

Ein vollständiger Verzicht auf Fruktose scheint weder möglich noch nötig zu sein. Man geht davon aus, dass die meisten Menschen mit einer Fruktoseintoleranz kleine Mengen pro Tag vertragen ohne Beschwerden zu haben. Wichtig ist, bei Fertigprodukten wie Fruchtjoghurts einen genauen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Auch überreifes Obst und Fruchtsäfte sollten besser gemieden werden. Einige Patienten mit Fruktoseintoleranz vertragen auch Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Lauch und Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Mannit sowie Oligofructosen nur schlecht.

Tipps und Tricks für den Alltag

Interessanterweise scheint ein vollständiger Verzicht auf Fruktose die Erkrankung eher negativ zu beeinflussen, weil dann die Anzahl der Transporteinheiten aus dem Dünndarm ins Blut zurückgeht. Eine relativ konstante aber nicht übermäßige Aufnahme von Fruktose scheint für die meisten Patienten der beste Weg zu sein. Wichtig scheint offensichtlich auch die Pflege der Darmflora zu sein, damit der Darm durch die Aufnahmestörung nicht vollständig aus dem Gleichgewicht gerät. Einigen Patienten hat auch eine fettfreie und ballaststoffarme Diät geholfen.

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