Gicht

Kaum eine Erkrankung lässt sich so effektiv durch die Ernährung beeinflussen wie die Gicht. Natürlich sollte die Ernährung gesund und ausgewogen sein. Zugleich gilt es jedoch, auch den Puringehalt der Lebensmittel zu kennen und einige Produkte deshalb gezielt zu umgehen.

Stoffwechselerkrankung

Bei einer Gicht spielt eine erbliche Veranlagung und der Lebensstil eine große Rolle. Schmerzen im großen Zeh oder manchen Gelenken sind oft das erste Anzeichen für eine gar nicht so selten auftretende Stoffwechselerkrankung – die Gicht. Schuld ist die Harnsäure, deren Spiegel im Blut sich durch eine angepasste Ernährung beeinflussen lässt. Wichtig dafür ist ein Blick auf den sogenannten Puringehalt der Lebensmittel. Spezielle Literatur über die Ernährung bei Gicht einschließlich der nützlichen Tabellen über den Puringehalt in der Nahrung sollten für Gichtpatienten zur Grundausstattung gehören.

Ursachen und Ausprägung der Erkrankung

Harnsäure ist ein Abbauprodukt aus dem Nahrungsstoffwechsel und wird im Blut transportiert, um letztendlich über die Nieren ausgeschieden zu werden. Kommt es zu einem sehr hohen Blutspiegel, weil beispielsweise die Ausscheidung der Harnsäure gestört ist, so sammelt sich die Harnsäure in einigen Bereichen des Körpers an. Dort können sich Ablagerungen und sogar kleine Kristalle bilden, welche dann schmerzhafte Folgen mit sich bringen. Besonders oft finden sich die Harnsäurekristalle in der Gelenksflüssigkeit. Sie verursachen dort Knorpelveränderungen und führen zu einer gelenknahen Knochenresorption. Ein akuter Gichtanfall ist mit starken Schmerzen und zunehmenden Veränderungen am betroffenen Gelenk verbunden.

Das richtige Ernährungskonzept

Der Harnsäurespiegel im Blut lässt sich am besten von der Seite der Harnsäurebildung beeinflussen. Besonders die in der Nahrung enthaltenen Purine fördern den Harnsäurewert im Blut und verschlimmern so die Situation. Das wesentliche Element der gicht-geeigneten Ernährung ist deshalb die verminderte Aufnahme von Purinen. Mit Hilfe der purinarmen Ernährung kann der Harnsäurespiegel im Blut gesenkt und damit die Ausprägung der Gicht reduziert werden. Weil die Purin-Gehalte der meisten Lebensmittel bekannt sind, kann ein Gichtpatient Gehaltstabellen nutzen, um die geeigneten Nahrungsmittel gezielt auszuwählen.

Empfehlungen zu besonderen Lebensmitteln

Die meisten Grundnahrungsmittel lassen sich auf Basis ihres Puringehaltes in drei Gruppen einteilen. Bei der Gruppe mit der höchsten Konzentration bringen alleine 100 Gramm des Lebensmittels über 200 Milligramm Purine mit sich. Dazu zählen neben den Fischen Forelle, Hering und Sprotten auch Fleisch wie Leber, Niere, Kalbsbries, Kernfleisch und Grillhähnchen. Auch Fleischbrühe und Suppenwürfel sowie Hefe enthalten hohe Purinmengen. Mit mittleren Werten kommen die verschiedenen Muskelfleischsorten von Rind, Schwein, Huhn und Wild auf den Tisch. Ähnliche Werte liefern auch Hülsenfrüchte, Scholle und Nüsse. Geringe, aber zu beachtende Mengen liefern Lebensmittel wie Milchprodukte, Ei, manche Gemüsesorten wie Kürbis oder Paprika, Vollkornprodukte und Käse.

Tipps und Tricks für den Alltag

Um einen Gichtanfall zu vermeiden, sollte ein Gichtpatient im Schnitt nicht mehr als 500 Milligramm Purine pro Tag zu sich nehmen. Während eines Anfalls oder bei andauernder schwerer Gicht senkt der behandelnde Arzt diese Empfehlung oft sogar auf maximal 300 Milligramm pro Tag oder 2000 Milligramm pro Woche. Auch wenn die Gicht mit Hilfe bestimmter Medikamente effektiv behandelt werden kann, sollte die Ernährung unbedingt als Therapiehilfsmittel herangezogen werden. So mancher Patient kann eine dauerhafte Reduktion der Gicht erreichen und sogar nach einiger Zeit auf die medikamentöse Therapie verzichten, wenn er eine gicht-geeignete Ernährung wählt.

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