Harnsteine

Nicht immer entstehen Harnsteine aufgrund einer fehlerhaften Ernährung. Dennoch besteht durchaus ein Zusammenhang und das Risiko des wiederkehrenden Auftretens von Harnsteinen lässt sich durch eine angepasste Ernährung drastisch reduzieren wie in verschiedenen klinischen Untersuchungen bewiesen wurde.

Feste Gebilde

Harn- oder auch Nierensteine bleiben häufig unbemerkt bis sie die Harnwege so blockieren, dass der normale Harnfluss nicht mehr möglich ist. Schwere Koliken sind die Folge. Gelingt es nicht die Steine zu zerstören und danach auszuspülen, bleibt nur die Entfernung per Operation. Menschen, die bereits einmal Harnsteine hatten, leiden oft ihr Leben lang wiederholt unter der Steinbildung und deren Folgen. Während normalerweise etwa zwei Drittel aller Patienten unter Rezidiven – sprich wiederholter Steinbildung – leiden, sinkt der Wert bei Patienten unter Harnstein-Diät auf nur noch 5 Prozent. Im gesamten Harntrakt können sich Harnsteine bilden. Je nach Lage unterscheidet man Nierensteine, Harnsteine und Blasensteine.

Ursachen und Ausprägung der Erkrankung

Unter dem Begriff Harnstein versteht man kleine Festkörper aus auskristallisierten Substanzen, welche sich im Bereich der Nieren oder ableitenden Harnwege festsetzen. Mit etwa einem Viertel am häufigsten bestehen die Steine aus Calciumoxalat. Danach folgt mit etwa einem Zehntel die Harnsäure als Hauptbestandteil. Der Rest setzt sich aus verschiedenen Substanzen und Salzen zusammen. Meist kommen bei einem Patienten mehrere Risikofaktoren zusammen, damit Harnsteine entstehen. Das häufige Auftreten von Harnwegsinfekten ist ebenso ein Risikofaktor wie hohe Flüssigkeitsverluste durch starkes Schwitzen. Eine wesentliche Rolle spielt außerdem die Zusammensetzung der Ernährung, weil bestimmte Substanzen die Steinbildung fördern sowie die Trinkmenge pro Tag.

Das richtige Ernährungskonzept

Das wichtigste, was der Patient tun kann, ist Trinken! Je nach Art der Steine sollten 2,5 bis 4 Liter Flüssigkeit aufgenommen werden. Durch die hohe Flüssigkeitszufuhr wird die Konzentration der harnsteinbildenden Substanzen gemindert und so das Auskristallisieren erschwert. Außerdem werden die Harnwege gründlich gespült und so auch die kleinsten, frisch gebildeten Steinchen entfernt. Zusätzlich ist es unbedingt empfehlenswert, die Lebensmittel, die große Mengen harnsteinbildender Stoffe enthalten zu meiden. Grob gesprochen sind vor allem Eiweiß und schnell anflutende Kohlenhydrate wie Zucker als kritisch zu betrachten. Gleiches gilt für verschiedene Mineralstoffe und Naturstoffe wie Oxalsäure oder Purine.

Empfehlungen zu besonderen Lebensmitteln

Zum Trinken sollten bicarbonatreiche aber mineralstoffarme Mineralwasser zum Einsatz kommen. Aber auch verdünnte Zitrussäfte und spezielle Nieren- und Blasentees sind empfehlenswert. Um die Calciumaufnahme zu verringern, sollte die Nahrung ballaststoffreich sein. Geeignet sind Vollkornprodukte, Salate, Gemüse und Obst. Kleie fördert dagegen die Nierensteinbildung und ist zu meiden. Die Neubildung von Harnsteinen lässt sich durch magnesiumreiche Lebensmittel eindämmen. Dazu zählen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Soja, Gemüse wie Artischocken, Kohlrabi und Kartoffeln sowie Obst wie Bananen, Brom- und Himbeeren, Passionsfrucht und Sanddorn. Tierisches Eiweiß und Milchprodukte sollten nur selten auf den Tisch kommen. Auch Gemüsesorten mit einem hohen Oxalsäuregehalt wie Rhabarber, Spinat und Rote Beete sind auf dem Speiseplan eines Harnstein-Patienten unpassend.

Tipps und Tricks für den Alltag

Zwei wesentliche Tabus sind unbedingt einzuhalten: Alkoholische und stark zuckerhaltige Getränke sind absolut verboten! Auch Kaffee und schwarzer Tee sind nur in geringen Mengen unkritisch. In der Literatur finden sich weitere hilfreiche Hinweise und Tipps. Weil eine dauerhafte Nahrungsumstellung erforderlich ist, ist die Anschaffung eines geeigneten Ratgebers sinnvoll.

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