Warum Dampfgarer und nicht kochen?

Bisher gelingt es dem Prinzip des Dampfgarens nur ganz langsam, sich in den europäischen Küchen durchzusetzen. Die traditionell aus dem asiatischen Raum stammende Garmethode ist aber durchaus dem Kochen vorzuziehen, weil sie bei Gesundheit und Geschmack die Nase vorne hat!

In der europäischen Küche wird traditionell recht viel und lange gekocht. Über Jahrhunderte hinweg kam Gemüse nur gut durchgegart und butterweich auf den Tisch. Sicherlich stammt diese Art des Kochens auch noch aus Zeiten, wo es weder Kühlschrank noch Supermarkt gab und für viele Monate im Jahr nicht auf frisches, sondern eingelagertes oder konserviertes Gemüse zurückgegriffen werden musste. In der modernen Küche, die nach und nach immer weiter über den europäischen Tellerrand geblickt hat, finden nun aber auch Garmethoden Einzug, die vor allem mit frischem Gemüse arbeiten und in welchen viel Wert auf vitaminreiches und knackiges Gemüse gelegt wird. Und wer einmal dabei ist, kann auch gleich Fisch und Fleisch auf dieselbe Weise zubereiten.

Was passiert beim traditionellen Kochen?

Die in vielen europäischen Küchen seit Jahrhunderten übliche Art der Zubereitung von Beilagen wie Kartoffeln und Reis sowie der meisten Gemüsesorten ist das Kochen in einer großen Menge Wasser. Das Gemüse schwimmt förmlich darin herum und wird gar gekocht, wobei es je nach Kochdauer häufig sogar zerfällt. In jedem Fall war es üblich, das Gemüse „schön weich“ zu genießen. Während des Kochens treten dabei viele wichtige und sehr gesunde Pflanzenstoffe wie Mineralien, Spurenelemente und Vitamine in das Kochwasser über und werden letztendlich mit dem überschüssigen Wasser entsorgt. Hitzeempfindliche Bestandteile werden beim Kochprozess allerdings schon während der Kochzeit zersetzt und gehen so für den menschlichen Körper verloren.

Anders im Dampfgarer – die Vorzüge im Überblick

Nutzt man ein Dampfgargerät, so werden die Speisen nicht gekocht, sondern gedämpft. Sie kommen nicht mit dem kochenden Wasser, sondern nur mit dem Wasserdampf in Berührung. Die feinsten Wassertröpfchen umstreichen das Kochgut von allen Seiten und dringen tief in die Zellschichten ein. Zelluläre Gewebe werden aufgeweicht ohne sich dabei zu Zersetzen. Deshalb bleibt das Gemüse recht lange knackig und behält die natürliche Farbe, während es beim Kochen immer weicher wird, zerfällt und oft auch an Farbe verliert. Durch das feine Aufbrechen der zellulären Strukturen werden die Speisen so vorbereitet, dass der Verdauungsapparat des Menschen Vitamine und Spurenelemente besonders gut und einfach herauslösen und aufnehmen kann. Deshalb ist das Garen im Dampf besonders aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert. Daneben ist aber auch der geschmackliche Aspekt nicht zu vernachlässigen. Auch die im Gemüse oder anderem Kochgut enthaltenen Aromastoffe bleiben sehr gut erhalten, weshalb gedämpftes Gemüse besonders intensiv und lecker schmeckt.

Die Grenzen des Dampfgarens

Wenn man all die Vorteile betrachtet – raus mit dem traditionellen Herd und rein mit dem Dampfgarer? Sollten alle nur noch so kochen? Ein klares Nein ist die Antwort. Denn auch ein Dampfgarer kennt Grenzen. So können in ihm beispielsweise keine Röstaromen generiert werden, weil schlicht kein Bratvorgang entstehen kann. Deshalb ist auch die Zubereitung von Fleisch im Dampfgarer in den europäischen Küchen bis heute eher unüblich und unbeliebt. Für Gemüse, Fisch, Beilagen und einige Desserts ist der Dampfgarer optimal geeignet, für alle anderen Gerichte eher nicht.

Warum Garen und nicht Kochen?

Wer häufig Gemüse zubereitet und viel Wert auf knackigen, geschmacklich vortrefflichen und gesunden Genuss legt, der sollte statt zum Kochtopf lieber zum Dampfgarer greifen. Vor allem aus gesundheitlicher Sicht ist das Garen im Dampf dem Kochen in einer großen Menge Wasser aus oben beschriebenen Gründen klar vorzuziehen.

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