Weinland Japan - japanischer Wein

Wein aus Japan? Das klingt zugegeben, ein bisschen exotisch. Und das ist es auch, denn der japanische Wein spielt im weltweiten Weingeschäft keine gewichtige Rolle. Trotzdem versuchen die japanischen Winzer, mit neuesten Methoden und importierten Rebsorten, im internationalen Weinhandel mitzumachen.

Obwohl Japan am Weinmarkt keine große Rolle spielt versuchen sie mit am Weinhandel mit zu naschen.Obwohl Japan am Weinmarkt keine große Rolle spielt versuchen sie mit am Weinhandel mit zu naschen. (Foto by: serge01 / Depositphotos)

Die Geschichte des japanischen Weins

In Japan geht kaum etwas ohne eine schöne Legende, auch wie der Wein nach Japan kam, wird in eine hübsche Geschichte verpackt.

Dieser Legende nach kam ein Heiliger im 8. Jahrhundert auf der größten Insel Honshu an, im berühmten Daizenji-Tempel in Katsunuma. Und dieser Heilige soll dort die ersten Reben gepflanzt haben. Die Provinz Yamanashi auf Honshu, wo der Tempel des Heiligen steht, ist heute das größte Zentrum für den Weinanbau in Japan, mit über 30 hochmodernen Kellereibetrieben.

In der wirklichen Geschichte waren es nachweislich buddhistische Mönche, die auf ihren Wanderungen die Reben in ganz Japan verteilt haben. Die Weine, die daraus gemacht wurden, waren allerdings nicht zum Trinken gedacht, sondern wurden hauptsächlich als Arznei verwendet.

Im 15. Jahrhundert kamen die Portugiesen ins Land und brachten als Geschenk Rotwein mit. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde zum ersten Mal das typisch japanische System des Reben Pflanzens erwähnt. Dabei werden die Reben auf eine Höhe von fast zwei Metern gezogen und die Triebe wie eine Art Dach von Drähten gestützt. Im Winter werden diese Reben mit dichten Strohmatten vor Kälte und Schnee optimal geschützt.

1875 versuchten Winzer in Tokio zum ersten Mal, aus einheimischen Sorten Wein zu gewinnen, was allerdings gründlich misslang. Schließlich gestattete die Regierung auch den Import von Rebsorten aus Europa. Das war der Anfang des modernen japanischen Weinbaus.

Der japanische Wein heute

In den 1990er Jahren setzte in Japan ein wahrer Wein Boom ein und vor allem Rotwein wurde sehr beliebt. Die Japaner wollten europäischer auftreten und dazu gehörte ihrer Meinung nach auch das Trinken von Wein. Da die Nachfrage nach ausländischem Wein im eigenen Land immer weiter stieg, importierten die japanischen Winzer aus Europa und den USA Rebstöcke, die sie dann mit ihren eigenen Rebsorten kreuzten. Als der Boom allmählich nachließ, begann das Exportgeschäft mit japanischem Wein.

Heute werden rund 90 % der Trauben, die in Japan angebaut werden, ins Ausland verkauft. Die gesamte Anbaufläche im Land des Lächelns beläuft sich auf knapp 22.000 Hektar, davon entfallen fast 80 % auf den Anbau von Tafeltrauben.

Produziert werden jedes Jahr rund 1,4 Millionen Hektoliter Wein. Obwohl die Japaner immer noch gerne ein Glas Wein trinken, spielt Sake, also Reiswein, nach wie vor die Hauptrolle. Streng genommen ist Sake kein Wein, sondern ein bierähnliches Getränk, das aus gegorenem Reis mit Hefe hergestellt wird. Sake hat einen relativ hohen Alkoholgehalt von 14 %, es gibt ihn in trocken, halbtrocken und süß und er wird heiß aus kleinen Schalen getrunken.

Die wichtigsten Anbaugebiete

Japan hat nicht allzu viele Weinanbaugebiete und das hat in der Hauptsache mit dem Klima zu tun. Obwohl Japan und der europäische Mittelmeerraum auf dem gleichen Breitengrad liegen, ist das Klima doch grundverschieden.

Die Winter sind in Japan sehr kalt, Frühling und Herbst regenreich und feucht und die Sommer drückend heiß, mit Taifunen.

Der beste Wein wächst in Japan in unmittelbarer Nähe der großen Städte, wie Nagano, Osaka und Okayama. Aber auch aus Yamagata und dem Kofu-Tal bei Yamanashi kommen zum Teil sogar Spitzenweine, die auch in Europa Freunde finden.

Die besten Rebsorten

Japanischer Wein ist noch heute eine bunte Mischung aus vielen, verschiedenen Rebsorten. So gibt es unter anderem Delaware und Campell Early, Isabella und die beliebten einheimischen Sorten Kyoho, Koshu mit den Neuzüchtungen Kiyomai und Kiyomi.

Aber auch ein Klassiker wie die Muscat d'Alexandrie Traube, wird in Japan erfolgreich angebaut. Nicht zu vergessen die bekannten Sorten aus Europa. Bei den japanischen Winzern sind Sorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Blanc, natürlich auch ein Chardonnay, Merlot, Sémillion und auch Müller-Thurgau und beim Rotwein der Zweigelt, sehr beliebt.


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