Weinland Ungarn - ungarische Weine

Wenn es um Wein aus Ungarn geht, dann fallen mit Sicherheit immer nur zwei Namen: Tokajer und Erlauer Stierblut, denn für diese beiden süffigen Rotweine ist das Land der Puszta weltbekannt. Aber Ungarn hat noch sehr viel mehr zu bieten.

Am Balaton, dem größte Süßwassersee Mitteleuropas, liegt eines der bekanntesten Weinbaugebiete Ungarns.Am Balaton, dem größte Süßwassersee Mitteleuropas, liegt eines der bekanntesten Weinbaugebiete Ungarns. (Foto by: cmfotoworks / Depositphotos)

Die Geschichte des ungarischen Weins

Ungarn gehört zu den großen Weinnationen in Europa und hat eine entsprechend lange und vor allen Dingen auch wechselvolle Geschichte.

Die Römer waren es, die einst die ersten Rebstöcke in ihre Provinz Pannonien brachten. Die Ungarn lernten sehr schnell, wie man einen guten Wein macht und stiegen rasch zu einer bekannten und beliebten Weinnation im damaligen Europa auf. Es waren vor allem die süßen Rotweine, die an Fürstenhöfen überall auf dem Kontinent geschätzt wurden.

Der französische Sonnenkönig nannte den Tokajer einen König der Weine. Im 13. Jahrhundert begann man mit dem Export von Weinen aus den Regionen Eger und Sopron und im 15. Jahrhundert wurde der weltberühmte Tokajer zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert wurde sogar eine Art Reinheitsgesetz für den bekanntesten der ungarischen Weine erlassen, was übrigens bis zum heutigen Tag Gültigkeit hat. Obwohl in den folgenden Jahrhunderten immer wieder die Herren in Ungarn wechselten, wurde nach wie vor erstklassiger Wein produziert.

Erst durch eine Reblausplage im 19. Jahrhundert und der Politik des 20. Jahrhunderts, brach der Weinanbau in Ungarn fast vollständig zusammen. Als Ungarn kommunistisch wurde, war es vorbei mit dem Qualitätswein.

Alle Weingüter wurden verstaatlicht und statt Klasse wurde Masse produziert. Der Wein war gerade noch gut genug, um ihn billig im eigenen Land zu verkaufen, von einem erfolgreichen Export konnte keine Rede mehr sein.

Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks ging es auch mit dem ungarischen Wein wieder bergauf.

Der Wein in Ungarn heute

Die neue Erfolgsgeschichte des ungarischen Weins begann Mitte der 1980er Jahre. Nachdem der Kommunismus sich verabschiedet hatte und die Weingüter nicht mehr unter staatlicher Obhut standen, fing man wieder an, auf Qualität statt auf Quantität zu achten.

Aber allein konnten die Ungarn das Projekt Wein nicht verwirklichen, denn dazu fehlten einfach die Mittel. Erst als in den 1990er Jahren der Westen Ungarn finanziell unterstützte, konnte sich Ungarn wieder als eine der großen Weinnationen etablieren.

Heute setzen die ungarischen Winzer auf die modernste Technik, wenn es um Anbau, Kellerei und Vertrieb ihrer Weine geht. Nach den Jahren der exportierten Reben setzen die Winzer heute wieder auf einheimische Rebsorten und produzieren ihre Weine nach alter Tradition.

Mittlerweile hat Ungarn wieder eine Anbaufläche von fast 80.000 Hektar und pro Jahr gibt es 4,3 Millionen Hektoliter Wein.

Die besten Anbauregionen

Die klimatischen Bedingungen und auch die Böden in Ungarn sind hervorragend dazu geeignet Wein anzubauen, deshalb gibt es einige Anbaugebiete, die sich innerhalb kürzester Zeit auch international einen Namen gemacht haben.

Damals wie heute sind die Anbaugebiete rund um die Stadt Eger die besten Adressen, wenn es um vollmundige Rotweine wie das Erlauer Stierblut geht. Unter der malerischen Stadt gibt es ein weit verzweigtes Netz an Gewölben und Kellern, in denen der Wein in Ruhe reifen kann.

Nicht weniger bekannt ist die Weinregion Tokaji, aus der einer der bekanntesten Likörweine stammt: der Tokajer.

Auch die Weinstraße zwischen Villany, Siklós und Szekszárd ist bekannt, genauso wie der Wein aus den Regionen rund um den Balaton, dem größten Binnensee Europas.

Die besten Rebsorten

Vor allem der Rotwein aus Ungarn hat einen guten Namen, aber auch die Weißweine können sich sehen lassen.

Welschriesling, Furmint, Blaustiel, Pinot Gris und der würzige Gelbe Muskateller, führen die Hitliste der Weißweine aus Ungarn an.

Bei den Rotweinen steht natürlich das Erlauer Stierblut nach wie vor im Mittelpunkt, aber auch der Blaue Portugiese, Blaufränkisch und der Pinot Noir gehören zu den roten Trauben, aus denen ungarische Winzer Qualitätsweine der Spitzenklasse produzieren.

Nicht zu vergessen der goldgelbe Tokajer, den schon Friedrich der Große und die Zarin Katharina zu schätzen wussten.


Bewertung: Ø 0,0 (0 Stimme)

Das könnte Sie auch interessieren

User Kommentare