Maßnahmen bei Verbrennungen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert es regelmäßig: beim Grillen erleiden Erwachsene und Kinder Verbrennungen verschiedener Schweregrade. Während man leichte Verbrennungen selber behandeln kann, müssen schwere Verbrennungen immer ärztlich abgeklärt werden. Es kann Lebensgefahr bestehen!

Beim Anzünden oder Hantieren mit dem heißen Grill kann es schnell zu Verbrennungen kommen.Beim Anzünden oder Hantieren mit dem heißen Grill kann es schnell zu Verbrennungen kommen. (Foto by: Rostislaw / Depositphotos)

Beim Umgang mit Grill- und Holzkohle entstehen verschiedene Gefahren. Zu Unfällen kommt es jedoch meist nur dann, wenn unbedacht oder falsch gehandelt wird.

Neben leichten Verbrennungen durch das Berühren von heißen Teilen des Grills, geht vor allem vom unsachgemäßen Umgang mit Brandbeschleunigern eine große Gefahr aus. Hier drohen sogar Explosionen. Die so entstehenden Verbrennungen sind stets schwerer Natur und oft lebensbedrohlich.

Richtig reagieren

Die wichtigste Faustregel bei Verbrennungen: Kühlen mit reinem Wasser und nichts drauf schmieren. Zuerst allerdings heißt es im Falle des Falles richtig reagieren. Fasst jemand den heißen Grill an, so wird der instinktiv die Hand zurückziehen.

Anders, wenn beispielsweise die Kleidung Feuer fängt. Viele Menschen reagieren hier völlig panisch und instinktiv falsch, indem sie nämlich davonlaufen. Hier gilt es denjenigen „einzufangen“, zu Boden zu werfen und mit Decken oder Jacken die Flammen zu ersticken.

Dann sollte so schnell wie möglich der Notarzt und Rettungswagen gerufen werden. Wenn möglich kann man die betroffenen Hautstellen mit reinem Wasser kühlen.

Leichte Verbrennungen

Zu den leichten Verbrennungen, die man selber behandeln kann, zählt man Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

Von Verbrennungen ersten Grades spricht man, wenn nur die äußere Hautschicht verbrannt ist, die unteren Hautschichten aber unversehrt geblieben sind. Die Haut ist rot, leicht geschwollen und schmerzt.

Bei den Verbrennungen zweiten Grades ist neben der äußeren auch die zweite Hautschicht betroffen. Es bilden sich Blasen auf der Haut, welche nun rot mit gelben Flecken erscheint.

Erste Hilfe bei leichten Verbrennungen ist das Kühlen mit reinem, kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser. Keinesfalls sollte nur kurz gekühlt werden, sondern besser bis zu 15 Minuten. Nach dem Kühlen kann man die Verbrennung mit einem sterilen Spezialverband für Verbrennungen abdecken.

Wer sich die Behandlung nicht selbst zutraut, sollte einen Arzt aufsuchen. Bei Kindern empfiehlt sich bei allen Verbrennungen, die über den ersten Grad hinausgehen, ein Besuch beim Arzt.

Schwere Verbrennungen

Bei Verbrennungen dritten Grades und großflächige Verbrennungen sollte sofort ein Notarzt gerufen werden.Bei Verbrennungen dritten Grades und großflächige Verbrennungen sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. (Foto by: microgen / Depositphotos)

Betreffen die Verbrennungen zweiten Grades eine größere Hautfläche oder kommen Verbrennungen dritten Grades hinzu, so spricht man von schweren Verbrennungen. Bei einer Verbrennung dritten Grades sind alle Hautschichten betroffen. Teilweise können auch Muskeln oder gar Knochen verbrannt sein. Die Haut ist im Grunde weg und die Oberfläche ist offen-fleischig oder schwarz verbrannt.

Wichtig hier: sofort den Notarzt rufen! Hitzeherde sollten zwar entfernt, die verbrannte Kleidung aber belassen werden. Auch hier kann man Kühlen, sollte aber keinesfalls zu kaltes Wasser verwenden, weil dies bei großflächigem Kühlen die Körpertemperatur zu stark senkt. Achtung: bei schweren Verbrennungen drohen Kreislaufkollaps und Schockzustand. Die Atmung kann aussetzen. Es besteht Lebensgefahr!

Finger weg!

Bei der ersten Hilfe gilt generell: besser überhaupt etwas tun, als nichts tun! Dennoch kann man natürlich auch etwas falsch machen. Viele alte Hausrezepte sind heute auch überholt. Wichtig ist beispielsweise, dass Verbrennungen nie mit Eis sondern nur mit kaltem, sauberem Wasser gekühlt werden.

Auf leichte Verbrennungen sollten nur spezielle Cremes aus der Apotheke aber keinesfalls Butter, Honig oder andere Hausmittelchen aufgetragen werden. Brandblasen sollten außerdem nicht geöffnet werden, da sonst Infektionsgefahr besteht. Bei einer Verbrennung sollte man sich über die eigene Tetanusimpfung Gedanken machen. Wenn nötig, sollte sie aktualisiert werden.


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