Weinland Türkei - türkischer Wein

Weine aus der Türkei haben vor allem in Europa einen sehr guten Ruf. In der wechselvollen Geschichte des Landes am Bosporus war auch immer der Anbau von Wein ein Thema, aber heute gehört Wein zu den beständigsten Exportgütern des Landes.

Nur 5% der gesamten Traubenfläche wird für dein Weinbau verwendet – der Rest für Rosinen und Co.Nur 5% der gesamten Traubenfläche wird für dein Weinbau verwendet – der Rest für Rosinen und Co. (Foto by: Alex_Ishchenko / Depositphotos)

Die Geschichte des türkischen Weins

Man sagt, in der Türkei und in Mesopotamien steht die Wiege der Weinkultur, denn in der Türkei wurde schon im 4. Jahrhundert vor Christi Geburt Wein gepflanzt. Nach neuesten archäologischen Ausgrabungen, bei denen Tonkrüge mit Abbildungen von Trauben gefunden wurden, gehen Experten davon aus, dass es schon im 7. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung Weinanbau in der Türkei gegeben haben muss.

Fest steht, dass es in der Türkei schon sehr früh Weinberge gegeben hat. Im 8. Jahrhundert kam es zur Islamisierung des Landes und der Weinanbau war nur noch den christlichen Einwohnern wie Griechen und Armeniern erlaubt und auch nur, wenn diese bereit waren, extrem hohe Steuern zu bezahlen.

Erst im 19. Jahrhundert begann für den türkischen Wein eine neue Blütezeit. Staatspräsident Atatürk war ein großer Weinliebhaber und er unterstützte die Winzer seines Landes in ihrem Bestreben, mit modernen Methoden Reben anzubauen.

Als es zu einer Reblausplage in den europäischen Weinbergen kam, schnellte die Exportmenge von türkischem Wein explosionsartig in die Höhe. 1923 war dann allerdings erst mal Schluss, denn nach dem Frieden von Lausanne mussten die Türken Staatsgebiete an Griechenland abtreten und das waren zum größten Teil Weinanbaugebiete. Das sorgte dafür, dass die Türkei als Weinnation bedeutungslos wurde. Nur dem Mut einzelner Winzer ist es zu verdanken, dass die Türkei wieder eine Weinnation ist.

Der türkische Wein heute

In der heutigen Zeit zählt die Türkei noch nicht zu den führenden Weinnationen der Welt, aber die Weine sind beliebt, weil sie einen ganz eigenen Charakter haben. Dazu kommen eine große Sortenvielfalt und auch der Mut der türkischen Winzer, in neue Methoden und auch in die neueste Technik zu investieren. Das hat sich ausgezahlt.

In der Türkei ist aber nicht nur der gute Wein ein florierendes Exportgeschäft, sondern auch Rosinen und vor allem Korinthen werden in die ganze Welt verkauft. Heute werden auf einer Fläche von 590.000 Hektar Trauben angebaut. Nur rund 5 % davon werden zu Wein verarbeitet, auf einem Fünftel werden Rosinen geerntet und rund 3 % der Trauben werden zum sehr beliebten, honigsüßen Sirup Pekmes gemacht, der die Grundlage für Baklava bildet.

Die besten Anbaugebiete

Die wichtigsten Weinanbaugebiete in der Türkei sind die sehr fruchtbare ägäische Küste, die Region Marmaris, Thrakien und Anatolien, wo schon vor tausend Jahren Trauben angebaut wurden und wo heute rund 12 % des türkischen Weins herkommen. Dort werden fast zwei Drittel der türkischen Weine produziert.

Aber auch rund um die Hauptstadt Ankara, im asiatischen Teil der Türkei, werden ausgezeichnete Weine produziert. Die kleinste Weinregion ist übrigens Ostanatolien, denn dort sind nur gerade einmal 4 % der gesamten Anbaufläche.

Die beliebtesten Rebsorten

Die Türkei hat eine enorme Sortenvielfalt, wenn es um Reben geht, aber nur ein kleiner Teil wird zu Wein verarbeitet. Bei den hellen Trauben spielen Hasandede, Narmice und ganz besonders Emir die Hauptrolle.

Besonders die Rotweine aus der Türkei sind sehr beliebt -  hier dominieren:

  • Bosazekere
  • Cubak
  • Kalecik
  • Karasi

Die türkischen Winzer sind aber auch neuen Rebsorten gegenüber aufgeschlossen und so werden jetzt auch klassische Rebsorten angebaut:

  • Cabernet Sauvignon
  • Carignan
  • Chardonnay
  • Gamay
  • Merlot
  • Pinot Noir
  • Riesling
  • Sémillon

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