Baby-Ernährung: Stillen und Fläschchen

Mütter von Neugeborenen stehen vor der Entscheidung, ob sie ihr Kind lieber stillen oder mit der Flasche füttern möchten. Fest steht, dass das Stillen mit Muttermilch viele Vorteile für das Kind bietet - vor allem gesundheitliche. Doch auch das Trinken aus der Flasche ist nach wie vor weit verbreitet.

Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind, so auch beim Thema Ernährung.Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind, so auch beim Thema Ernährung. (Foto by: AllaSerebrina / Depositphotos)

Das Stillen des Kindes - die Vorteile

Die Vorteile für das Baby

In den ersten sechs Lebensmonaten eines Kindes gibt es nichts Gesünderes als die Muttermilch.

Die wertvollen Inhaltsstoffe stärken die Immunabwehr des Kindes, welche wiederum Infektionen und Allergien vom kleinen Körper fernhält.

Das Besondere ist, dass die Muttermilch exakt auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Kindes abgestimmt ist und sich auch entsprechend der Entwicklung des Babys anpasst. Stillen sorgt deshalb für ein ideals Wachstum und eine gesunde Entwicklung des Kindes. Zudem wird durch das Stillen das Risiko für späteres Übergewicht gesenkt.

Die in der Milch enthaltenen Nährstoffe sind optimal für das Baby zusammengesetzt und zudem leicht verdaulich, was für einen normalen Stuhlgang sorgt und schmerzhafter Verstopfung und Blähungen vorbeugt.

Durch das aktive Nuckeln an den Brustwarzen werden darüber hinaus die Kiefer- und Gaumenmotorik des Kindes gefördert.

Auch die Mutter profitiert vom Stillen

  • Für die Mutter selbst ist das Stillen sehr praktisch, da es keinerlei Vorbereitung bedarf, wie es beim Trinken aus der Flasche erforderlich ist. Muttermilch steht immer und jederzeit bereit, weist eine angenehme Temperatur auf und die hygienischste Lösung überhaupt.
  • Abgesehen von Still-BHs und -Einlagen ist darüber hinaus kein spezielles Zubehör erforderlich.
  • Weiterhin fördert das Stillen die Rückbildung der Brust nach der Geburt, was auch das Risiko einer Brustkrebserkrankung eindämmt.
  • Der häufigste Grund, warum sich Mütter für das Stillen entscheiden, ist allerdings die emotionale Bindung, welche zwischen ihnen und dem Baby entstehen. Man hat mit dem Kind direkten Blick- und Körperkontakt, was für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes wichtig ist. Das Baby fühlt beim Trinken den Herzschlag und die Stimme der Mutter und ist dadurch beruhigt und entspannt.
  • Viele Mütter berichten darüber hinaus über Glücksgefühle während des Stillens, welche die oft anstrengende erste Zeit nach der Geburt einfacher machen.

Wie oft soll das Baby gestillt werden?

Anfangs sollte sich die Mutter nach dem Appetit des Babys richten. In den ersten Lebenswochen trinken Babys sehr häufig. So gelten 10 bis 12 Stillmahlzeiten in 24 Stunden als normal. Erst wenn das Baby älter wird, reift der Darm und die Pausen zwischen den Mahlzeiten können länger werden.

Wie lange sollte ein Baby gestillt werden?

Ein gestilltes Kind erhält sämtliche wichtige Vitamine und ist vor der Ausbreitung von Viren im Körper hervorragend geschützt.

Meist wird ein Kind bis zu einem Alter von sieben bis neun Monaten gestillt. Beikost erhalten die meisten Säuglinge etwa ab dem sechsten Lebensmonat.

Grundsätzlich gibt es keine feste Richtlinie, an der man sich orientieren muss - vielmehr kommt es auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes und auf seine Entwicklung an. Meist spürt man als Mutter selbst, wann es Zeit ist, das Stillen langsam einzustellen.

Stillen bringt sowohl für das Baby als auch für die Mutter Vorteile mit sich.Stillen bringt sowohl für das Baby als auch für die Mutter Vorteile mit sich. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Die richtige Ernährung während der Stillzeit

Ausgewogene Ernährung

Stillende Mütter sollten sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. Eine vielseitige Ernährung versorgt das Kind mit allen essenziellen Nährstoffen, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Idealerweise stellt diese sich aus viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Kartoffeln, magerem Fleisch, wenig Fett und Milchprodukten zusammen. Für die Milchbildung ist Eiweiß sehr wichtig.

Stillende Frauen haben einen erhöhten Bedarf an folgenden Vitaminen und Mineralstoffen:

  • Folsäure
  • Vitamin A
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Niacin
  • Magnesium
  • Eisen
  • Zink
  • Jod
  • Phosphor

Zusätzlicher Kalorienbedarf

Es ist eine weit verbreitete Fehlannahme, dass Mütter in der Stillzeit für zwei essen müssen. Zwar ist es zu empfehlen, etwa 500 kcal mehr als üblich zu sich zu nehmen, doch normalerweise bewegt sich die Mutter während der Stillzeit auch deutlich weniger, was den Energieverbrauch reduziert. Die Fettpolster, die oft während der Schwangerschaft entstehen, dienen dann als Energielieferanten.

Vorsicht bei folgenden Lebensmitteln und Getränken

Auf Alkohol sollte während der Stillzeit verzichtet werden, ebenso auf Nikotin.

Koffeinhaltige Getränke, wie Kafffee, schwarzer sowie grüner Tee können während der Stillzeit in Maßen konsumiert werden.

Fettreiche Raubfische, wie Thunfisch, Schwertfisch, Hecht, Heilbutt oder Schnapper können Schwermetalle enthalten. Deshalb sollte auf diese Fische während der Stillzeit verzichtet werden.

Blähende Lebensmittel

Immer wieder hört man von der Empfehlung während des Stillens auf Hülsenfrüchte und blähende Gemüsesorten zu verzichten. Jedoch ist dies nicht nötig. Leidet das Kind unter Blähungen so kann die Mutter selbst testen, ob der Verzicht auf Kohl, Lauch, Zwiebeln und Hülsenfrüchte eine Besserung bringt.

Zitrusfrüchten, Tomaten und Gurken wird nachgesagt, dass diese Auslöser für einen wunden Po bei Babys sind. Jedoch gibt es dazu keine wissenschaftliche Beweiß und somit kann auch hier ausprobiert werden, was das Baby verträgt und was nicht.

Abstillen - so geht´s

Standardempfehlen für den richtigen Zeitpunkt und für die Dauer des Abstillens gibt es nicht, denn die Gründe (Berufstätigkeit der Mutter, Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme) dafür können sehr unterschiedlich sein und bei manchen geht es schneller, dann dauert es etwas länger.

Beim natürlichen Abstillen verlangt das Baby im Laufe der Zeit immer weniger nach der Brust, wobei immer weniger Muttermilch im Körper der Mutter produziert wird. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern.

Soll das Kind von Muttermilch auf Fläschen-Nahrung umgestellt werden, so wird nach und nach jede Brust-Mahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit ersetzt. Ist das Kind älter als fünf Monate bekommt es nach und nach anstelle einer Milch-Mahlzeit eine Beikost-Mahlzeit (Obst- oder Gemüsebrei).

Salbei- oder Pfefferminztee können unterstützend beim Abstillen helfen, da diese die Milchbildung hemmen. Um einen Milchstau vorzubeugen, sollte die Milch sanft ausgestrichen werden. Auch Medikamente können helfen.

Dem Baby die Flasche geben

Beim Füttern mit dem Fläschchen sollte einige Dinge beachtet werden.Beim Füttern mit dem Fläschchen sollte einige Dinge beachtet werden. (Foto by: yanlev / Depositphotos)

Das Füttern eines Babys mit der Flasche wird trotz aller Vorteile des Stillens noch immer von vielen Müttern bevorzugt. In manchen Fällen ist es der Mutter auch nicht möglich ihr Baby zu stillen.

Dabei gelten Pre-Nahrungen als der beste Muttermilchersatz. 1er-Nahrungen sind der Muttermilch nicht mehr ganz so ähnlich und sollten erst ab dem 5. Lebensmonat angeboten werden. 2er-Nahrungen, sogenannte Folgenahrungen, sind erst dann geeignet, wenn schon zwei Milchnahrungen durch Beikost ersetzt wurden und von dem Kind gut vertragen werden.

Ein Nachteil der Fläschchen-Nahrung ist, dass diese überall hin fertig portionierte Nahrung und Milch mitgeführt werden müss, wenn das Baby zwischendurch Hunger bekommt. Dies bedeutet natürlich auch etwas mehr Aufwand.

Ganz wichtig ist die richtige Trinktemperatur - die Milch darf keinesfalls zu heiß sein, sondern maximal lauwarm.

So füttert man das Baby richtig

Am besten ist es, sich in einen komfortablen Stuhl mit Armlehne oder auf das Sofa zu setzen, um dem Kind die Flasche zu geben. Das Baby sollte halb aufrecht liegen und den Kopf in der Ellenbeuge der Mutter platzieren. Achten Sie darauf, dass das Kind die Hände frei hat - so kann es zwischendurch schon selbst zur Flasche greifen.

Wichtig ist es, während dem Füttern stets Blickkontakt mit dem Kind zu halten - so kann sich das Kind direkt mit der Mutter oder dem Vater austauschen. Damit beide Seiten gleichmäßig gefördert werden, sollte man das Baby abwechselnd auf der linken und rechten Seite halten.

Weil das Trinken aus der Babyflasche anders abläuft als das Saugen der Muttermilch aus der Brust, sollten die Bedingungen für das Kind angepasst werden. Mütter sollten daher auf die passende Größe und Form des Saugers achten. Idealerweise ist der Aufsatz breit und weich und das Loch nur so groß, dass pro Sekunde nicht mehr als ein Tropfen ausfließen kann. Ist das Saugloch zu groß, kann es passieren, dass das Kind zu viel Luft schluckt und sich dadurch sogar verschluckt.

Die Flasche sollte leicht schräg gehalten werden, so dass sich im Sauger immer genug Nahrung befindet.

Grundsätzlich dauert es maximal rund 15 Minuten, bis das Baby fertig mit seiner Flasche ist. Einige Kinder sind jedoch auch etwas schneller, wenngleich sie dabei häufig Luft schlucken. Es schadet nicht, wenn die Flasche zwischendurch abgesetzt wird, damit das Kind ein Bäuerchen machen kann.

Babynahrung kann in vielen kleinen Portionen gereicht werden - je nachdem, wie hungrig das Baby ist. In keinem Fall sollte man versuchen, das Kind die gesamte Flasche trinken zu lassen, wenn es schon satt erscheint. Ansonsten fühlt es sich voll und weint im Anschluss, weil der Bauch schmerzt.

Wichtig: Weinen und Schreien darf nicht automatisch mit Hunger gleichgesetzt werden - manchmal ist dem Baby einfach nur langweilig oder es wünscht sich die Aufmerksamkeit der Mutter oder des Vaters.

Wenn Stillen nicht möglich ist, dann ist das Fläschchen die Alternative.Wenn Stillen nicht möglich ist, dann ist das Fläschchen die Alternative. (Foto by: gresey / Depositphotos)

Aufstoßen ist wichtig

Ist die Flasche leergetrunken, wird das Baby am besten an die Schulter gehalten. Dabei sollte die Kleidung mit einem Spucktuch geschützt werden, denn wenn das Kind ein Bäuerchen macht, kann es sein, dass auch etwas aufgestoßen wird. Hierbei handelt es sich aber nicht um Erbrechen, dies ist vollkommen normal. Manchmal macht das Kind nach einer größeren Mahlzeit auch mehrere Bäuerchen.

Da das Trinken aus der Flasche für einen Säugling Anstrengung bedeutet, sollte das Kind in den ersten Lebenswochen nach dem Füttern ruhen. Legen Sie es am besten auf eine weiche Decke oder in das Bettchen auf den Rücken. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Baby in Rückenlage seltener Nahrung aufstoßen muss als in der Seitenlage.

Auf Hygiene achten

Nach der Benutzung einer Flasche muss diese hygienisch einwandfrei sein, ehe sie erneut befüllt wird. Daher ist es wichtig, die benutzte Trinkflasche sowie den Sauger mit etwas Spülmittel heiß auszuspülen und trocknen zu lassen, ehe man sie wieder verwendet. Es gibt auch spezielle Geräte, die Flaschen reinigen. Das verwendete Wasser sollte für die Zubereitung der Babynahrung abgekocht werden.


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