Gesunde Ernährung für Kinder ab 1 Jahr

Mit einem Jahr wollen Kinder vermehrt das Gleiche essen, wie der Rest der Familie (die Eltern und Geschwister) auch. Der Babybrei wird zunehmend uninteressanter und das Kind möchte neues ausprobieren. Und das darf es gerne auch. Jedoch haben Kleinkinder spezielle Ernährungsbedürfnisse, denn sie sind in einer wichtigen Wachstumsphase, auch die geistigen Fähigkeiten entwickeln sie weiter.

Mit einem Jahr dürfen Kinder beinahe fast alles Essen was auch die Großen auf dem Teller haben.Mit einem Jahr dürfen Kinder beinahe fast alles Essen was auch die Großen auf dem Teller haben. (Foto by: oksun70 / Depositphotos)

Wie ernähre ich mein Kind gesund?

Fettarm, nährstoffreich und mit ordentlich Abwechslung auf dem Teller! Dabei wenig tierische Produkte und dafür reichlich pflanzliche, wie Gemüse.

Die Grundregeln für eine gesunde Ernährung gelten im Grunde also für Erwachsene, genau wie für Kinder ab 1 Jahr. Doch Kinder sind in der Entwicklung und im Wachstum. Sie sind viel stärker auf eine nährstoffreiche Ernährung angewiesen als Erwachsene.

Da sie mit einem Jahr noch keine riesigen Portionen verdrücken können, sollte in der Menge, die sie mit einer Mahlzeit aufnehmen können, also ausreichend von dem enthalten sein, was ein Kind in disem Alter benötigt. Neben ausreichender Energie sind das genügend Nährstoffe, daher vorrangig immer auf frische Lebensmittel achten, am besten in Bio-Qualität.

Kinder ab 1 Jahr benötigen im Verhältnis zum Körpergewicht beispielsweise viermal mehr Eisen und dreimal mehr Kalzium als Erwachsene.

Die Speisen sollten nur mild gewürzt sein. Auf Zusatzstoffe in Lebensmitteln, wie Geschmacksverstärker oder Aromastoffe sollte verzichtet werden.

Grundregeln für die richtige Lebensmittelauswahl

Reichlich:

  • Gemüse
  • Obst
  • Brot
  • Getreide
  • Müsli
  • Kartoffeln
  • Nudeln
  • Reis
  • Getränke

Mäßig:

  • Milch
  • Milchprodukte
  • Fleisch
  • Käse
  • Eier
  • Wurst
  • Fisch

Sparsam:

  • Öl
  • Butter
  • Margarine
  • Süßigkeiten

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate, in Form von Kartoffeln, Brot, Reis, Brei oder Nudeln sollten mit jeder Mahlzeit aufgenommen werden. Am besten in der Vollkornvariante. Getreideprodukte versorgen den Körper mit Vitaminen der Gruppe B, Mineralstoffen und Spurenelementen. Vollkornprodukte beinhalten wertvolle Ballaststoffe, die für eine gesunde Verdauung sorgen. Kartoffeln enthalten Stärke, Vitamin C, Kalium und pflanzliches Eiweiß.

Obst und Gemüse

Als Faustregel für ein 1-jähriges Kind gilt: Täglich 2 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst. Die Portionsgröße ist dabei auf die Handfläche abgestimmt.

Fixe Essenszeiten

Das Kind sollte drei Hauptmahlzeiten bekommen. Eine davon sollte warm sein. Neben Frühstück, Mittagessen und Abendbrot empfiehlt es sich, dem Kind zwei kleinere Zwischenmahlzeiten anzubieten. So bekommt es den ganzen Tag über immer genügend Energie hat und ausreichend Nährstoffe.

Zwischen den Mahlzeiten sollte generell eine Pause von zwei bis drei Stunden gemacht werden, indem das Kind nichts isst. Das ist erstens wichtig für den Organismus und zweitens lernt das Kind dadurch, dass es für das Essen feste Zeiten gibt.

Eltern als Vorbildfunktion

Durch die festgelegten Essenszeiten bekommt das Kind eine orientierungsgebende Struktur, bei der nach Möglichkeit auch so oft wie möglich gemeinsam gegessen wird und die Eltern ein Vorbild für den Nachwuchs sind.

Das heißt, wenn dem Kind eine gesunde Mahlzeit angeboten wird, essen die Vorbilder das Gleiche. Denn Kinder lernen durch Nachahmung. Sowohl Lebensmittelvorlieben, Abneigungen und das "Wie" des Essens werden von den "Großen" abgeguckt.

Für gute Stimmung am Esstisch sorgen

Eine gemütliche Stimmung, ein schön gedeckter Tisch und ein freundlicher Umgang sorgen für positiven Essgenuss. Auch ein gemeinsames Ritual zu Beginn einer Mahlzeit wirkt sich positiv aus. Hingegen verderben eine hektische Atmosphäse, Geschimpfe oder unangebrachte Themen den Appetit.

Darauf sollte verzichtet werden

Naschereien und Knabberkram sollten vermieden werden - solange wie es geht. Die Fixierung auf Süßkram ist nicht nur ungesund und für die Entwicklung unnötig, sie wird in der Regel von den Eltern anerzogen. Wenn der Nachwuchs irgendwann in den Kindergarten und später in die Schule geht, kommt es früh genug mit Süßigkeiten in Berührung, aber auch dann sollte darauf geachtet werden, dass Naschen eine Ausnahme bleibt.

Das Kind nicht zum Essen zwingen

Wenn das Kind satt ist, ist es satt. Es sollte nicht gezwungen werden, seinen Teller leer zu essen. Schnell kann es nämlich passieren, dass das gemeinsame Essen so für das Kind negativ behaftet wird. Es sollte ihm aber Spaß machen und es sollte sich darauf freuen.

Ein Kind hat in der Regel ein gesundes Sättigungsgefühl, auf dem die Eltern sich verlassen können. Lieber generell eine kleinere Portion anbieten und auch nicht in Panik geraten, wenn das Kind mal gar nichts essen will und nur lustlos im Essen herumstochert. Auch das ist normal. In Wachstumsphasen oder nach körperlicher Aktivität wird mehr gegessen, in Ruhe hingegen weniger.

Dann sollte aber der Fehler vermieden werden, das verschmähte Essen im Laufe des Tages nach zu holen. Halten Sie sich an die festen Zeiten. Das Beste ist also, ein Kind lernt von Anfang an, dass es Zeiten zum essen gibt und entsprechende Zeiten, in denen nicht gegessen wird.

Wird Gemüse von Kinder abgelehnt, so kann versucht werden, die "versteckt" anzubieten. Beispielsweise kann püriertes Gemüse als Pastasoße oder Suppe angeboten werden. Auch Aufläufe oder Gratins können mit verstecktem Gemüse verfeinert werden.

Kinder lieben es neue Sachen und Geschmäcker auszuprobieren.Kinder lieben es neue Sachen und Geschmäcker auszuprobieren. (Foto by: shalamov / Depositphotos)

Essen nicht als Belohung oder als Trostpflaster

Essen sollte kein Trostpflaster sein oder als Belohnung eingesetzt werden. Denn so etwas verinnerlicht der junge Mensch und entwickelt schnell eine falsche Einstellung zum Essen.

Deshalb unbedingt an die festen Zeiten mit den drei Hauptmahlzeiten und den zwei Zwischenmahlzeiten halten. Wenn es um das Thema Gesunde Ernährung für Kinder geht, muss es auch darum gehen, dass Kinder einen gesunden Umgang mit Lebensmitteln lernen und vorgelebt bekommen ...
Aber in erster Linie geht es natürlich darum, dass die angebotenen Mahlzeiten entsprechend gesund und frisch ausfallen.

Ernährungsplan für Kinder ab 1 Jahr

Frühstück

Zum Frühstück können dem Kinder beispielsweise Haferflocken mit Mich angeboten werden oder auch ein mit Käse oder Butter belegtes Brot. Das Brot kann gerne ein Vollkornbrot sein, allerdings sollte es fein gemahlen sein. Also kein Brot, indem man die ganzen Körner sieht. In der Regel schmecken sie den Kleinkindern nicht und es fällt ihnen schwer, die Körner zu verdauen. Vollkornbrot muss auch nicht dunkel sein, oft kommt die dunkle Farbe sogar von Einfärbungen mit Malzextrakt. Helle Brote, zum Beispiel aus Dinkel, sind milder und ebenso gesund.

Weiter gut geeignet sind Naturjoghurt und etwas frisches Obst (gerne auch kombiniert) oder sonstige Getreideflocken. Fertige Müsli-Mischungen sollten vermieden werden, wenn sie zusätzlich gezuckert sind.

Zwischenmahlzeit

Die erste Zwischenmahlzeit könnte beispielsweise ein kleiner Teller (Untertassengröße) mit etwas Obst (Apfel, Birne, Banane, Pflaumen, etc) sein.

Es gibt im Handel auch leckere zuckerarme Vollkornkekse. Auch sowas nimmt das Kind gerne an. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass der Zucker nicht durch künstliche Süssstoffe ersetzt wurde, denn diese können bei Kleinkindern (in größeren Mengen auch bei Erwachsenen) Durchfall auslösen.

Mittagessen für Kleinkinder

Das Mittagessen könnte dann die warme Mahlzeit des Tages sein. Einmal am Tag sollte dem Kind etwas Warmes angeboten werden. Zumindest in der Regel.

Auch hier immer viel Abwechslung bieten, viel variieren und auf möglichst frische Produkte zurückgreifen. Die Kohlenhydrate beim Mittagessen können aus Nudeln, Reis oder Kartoffeln kommen.

Beispiele für ein geeignetes Mittagessen: selbstgemachtes Kartoffelpüree, gedünstetes Fischfilet, Vollkornnudeln mit frischer Tomatensauce, Gemüse-Risotto oder Hähnchenschnitzel.

An Hülsenfrüchten sollte das Kind langsam heran geführt werden, weil der Organismus diese etwas schwerer verarbeit und sie im Magen nachquellen.

Dazu kann es etwas Salat geben oder frisch verarbeitetes Gemüse, gedünstet oder schonend gekocht.

Auch Fleisch enthält viele wichtige Inhaltsstoffe, die ein Kind im Wachstum benötigt. Trotzdem sollte das Kind nicht mehr als drei Portionen Fleisch in der Woche bekommen. Ein bis zwei mal die Woche kann mit dem Kind auch Fisch gegessen werden.

Zwischenmahlzeit

Die zweite Zwischenmahlzeit kann gerne nochmal ein kleines belegtes Brot sein oder etwas rohes Gemüse zum Knabbern. Möhren sind sehr gesund und werden von den meisten Kindern gerne genascht.

Kleine Obstportionen, die in den Händchen gut gehalten werden können, fördern die Geschicklichkeit beim Essen.Kleine Obstportionen, die in den Händchen gut gehalten werden können, fördern die Geschicklichkeit beim Essen. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Abendbrot für Kleinkinder ab 1 Jahr

Das Abendessen kann für das Kind ähnlich aussehen wie das Frühstück. Hier hat man auch schnell die Möglichkeit, dem Kind eine Abwechslung zu bieten.

Wenn es morgens beispielsweise Getreideflocken mit Milch bekommen hat, gibt man ihm abends belegte Brote. Am nächsten Tag das ganze einfach umdrehen und so wird dem Kind auch nie langweilig. Gerade Kinder lieben es neues zu entdecken, neue Gerüche und Sinneseindrücke wahrzunehmen.

Also gerne einfach mal neue Sachen ausprobieren und sich nicht auf wenige Lebensmittel einschießen. Wenn dem Kind ein Lebensmittel besonders gut zu schmecken scheint, ist das kein Grund, es jeden Tag zu servieren. Und wenn das Kind ein Essen einmal ablehnt, ist es kein Grund, es bei Gelegenheit (vielleicht etwas anders zubereitet) nicht wieder zu versuchen. Genau wie das Kind selbst, entwickelt sich auch der Geschmacksinn und er ändert sich auch immer wieder. Also: Ausprobieren und Abwechslung bieten!

Was gebe ich meinem Kind zu trinken?

Getränke sollten dem Kind den ganzen Tag über zur Verfügung stehen. Auch zu den Mahlzeiten empfiehlt es sich, immer auch ein Glas mit einem Getränk anzubieten. Das erste Mittel der Wahl ist grundsätzlich Wasser. In Deutschland ist es auch kein Problem Leitungswasser zu verwenden, da dies eine hervorragende Qualität besitzt.

Desweiteren können ungesüßte Teeaufgüsse (Früchte oder Kräuter) sowie verdünnte Säfte angeboten werden.

Die Trinkmenge für das 2. Lebensjahr beträgt 600-650 ml/Tag.

Zu vermeiden sind Instanttees (zuviel Zucker) und Eistee (enthält Koffein). Koffeinhaltige Getränke bekommen Kinder generell nicht.

Jegliche Form von Alkohol für Kinder ist generell ein absolutes Tabu ist... auch in versteckter Form in Lebensmitteln ist Alkohol ein No-Go, wenn es um gesunde Ernährung geht.

Was sollte ich meinem Kind nicht geben?

Generell sollten keine stark verarbeitete Lebensmittel angeboten werden. Dazu zählen in erster Linie Fertiggerichte, denn sie enthalten meist zuviel Salz und Süßungsmittel und zusätzlich häufig Konservierungsmittel, Aromastoffe oder sogar Alkohol. In fertigen Lebensmitteln stecken leider auch meist weniger Nährstoffe, als in frischen Produkten. Deshalb so oft es geht, den Kindern frische Produkte und selbst gekochte Mahlzeiten anbieten.

Auch Fast Food sollte vermieden werden. Wir sollten sie allerdings nicht schon so früh, von Haus aus, an den verstärkten und unnatürlichen Geschmack solcher Produkte heranführen. Dem Kind fehlen dann schnell die nötigen Nährstoffe und Vitamine, die es für seine Entwicklung dringend benötigt. Und wenn das Kind erstmal auf den Geschmack gekommen ist und sich an das Fast Food gewöhnt hat, wird es nur umso schwerer, das Ruder wieder herum zu reißen. Dann sagt es schnell "Bäh" zu gesunden Lebensmitteln mit natürlichem und ursprünglichem Geschmack.

Seien wir unseren Kindern gute Vorbilder und ernähren uns gemeinsam mit ihnen abwechslungsreich und gesund. Auswahl gibt es wahrlich genug...


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