Biersorte: Pils (Pilsener)

Mit mehr als 70% Marktanteil ist das Bier Pilsener Brauart die meist getrunkene Biersorte in Deutschland. Dies hätte sich der bayerische Braumeister Josef Groll aus Vilshofen wahrscheinlich nicht zu träumen gewagt, als er 1842 das erste Pils zu brauen begann.

Das Pilsener ist ein untergäriges Bier und nach der böhmischen Stadt Pilsen benannt.Das Pilsener ist ein untergäriges Bier und nach der böhmischen Stadt Pilsen benannt. (Foto by: VadimVasenin / Depositphotos)

Bier brauen ist das Eine, schmackhaftes Bier zu brauen das Andere

1842 wusste man sich in Tschechien nicht mehr zu helfen. Das dunkle, trübe Bier des “Bürgerlichen Brauhauses” in Pilsen wurde verachtet und Proteste endeten nicht selten in handfesten Keilereien.

Eine Lösung musste schnellstens gefunden werden und Hilfe aus Bayern war mit dem Eintreffen des Braumeisters Josef Groll in greifbare Nähe gerückt. Braumeister Groll änderte wesentliche Rahmenbedingungen im Bierbrauprozess der damaligen Zeit.

Helles Malz und mehr Hopfen sind die Geheimnisse des Pilsner Bieres

Basierend auf der “Bayerischen Brauart” fügte er dem Sud schonend gedarrtes und damit helleres, Malz hinzu. Daneben verwendete er mehr Hopfen als für andere Biersorten. Typisch ist deshalb der etwas bitterere Geschmack der Pilsner Biersorten.

Verfrachtet in kalte Höhlen und Keller konnte das Bier kalt und langsam gären sowie lange lagern, bevor es zum Ausschank bereit war. Im November 1842 war somit das Bier Pilsener Brauart geboren. Der Nachfahre des original Pilsener Bieres ist übrigens das heute noch am Biermarkt vertretene Pilsener Urquell.

Es sieht gleich aus, schmeckt aber erfrischend anders

Betrachtet man nun Helles und Pils nebeneinander, so ist der farbliche Unterschied nicht so beträchtlich. Dennoch hat sich für Pils der Beiname “das kühle Blonde” eingebürgert. Dies ist der hellen Farbe des Bieres zuzuordnen.

In puncto Geschmack trumpft das Pils so richtig auf, denn der zugegebene Hopfen sorgt für den geschmacklichen Kontrast.

Nach wie vor untergärig gebraut besitzt heutiges Bier Pilsener Brauart höchstens 12,5% Stammwürzegehalt bei einem Alkoholgehalt zwischen 3,9 und 4,9%.

Für das Einschenken eines Pilsener Bieres sollte man sich übrigens nicht 7 Minuten Zeit lassen. 3 Minuten reichen vollauf und man hat den Vorteil, dass die kürzere Wartezeit die Rezenz des Bieres nicht zerstört, denn schal schmeckt das bestgebraute Bier nicht wirklich gut. Richtig eingeschenkt prickelt Pils auch noch nach 10-15 Minuten auf der Zunge.

Übrigens, Sie sollten beim Einschenken des leckeren Bieres auf das zu verwendende Glas achten. Pilsgläser sind entweder Tulpengläser oder Bierpokale.

Ordentlich eingeschenkt unterstützen Sie die Bildung der pilsüblichen Schaumkrone. Wenn das Bier nun noch zwischen 6-9°C kalt ist, dann kann dem flüssigen Geschmackserlebnis kaum noch etwas entgegenstehen.


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