Die häufigsten Fehler beim Grillen

Ob Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse oder Obst – auf einem Grill wird fast jedes Lebensmittel zur Delikatesse. Doch immer wieder kommt es vor, dass Fehler beim Grillen gemacht werden und somit der Essgenuss darunter leidet. Hier die häufigsten Grillfehler und wie man es richtig macht.

Für optimalen Grillgenuss sollte man ein paar Fehler vermeiden.Für optimalen Grillgenuss sollte man ein paar Fehler vermeiden. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

1. Gefährliche Brandbeschleuniger verwenden

Erfolgreiches Grillen braucht Geduld und Vorsicht! Wer Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin oder Petroleum beim Anzünden der Kohle verwendet, bringt sich und andere in Gefahr.

Ebenso ist die Verwendung von übertrieben vielen Grillanzündern zu vermeiden. Beim Erhitzen werden giftige Gase freigesetzt und das wertvolle Grillgut wird ungesund.

Zu empfehlen sind:

  • eine Heißluftpistole
  • ein Bunsenbrenner
  • ein Anzündkamin: Der besondere Vorteil von einem Anzündkamin ist der Kamin-Effekt. Dadurch erhält die Kohle viel Sauerstoff, fängt schneller zu glühen an und der Grill ist eher startbereit.

2. Falsches Grillzubehör

Wird falsches Grillzubehör, wie beispielsweise eine Gabel anstelle einer Grillzange verwendet, so werden die Fasern beim Garen und Wenden des Fleisches verletzt und Fleischsaft entweicht. Das Resultat: das Fleisch wird trocken und zäh und verliert köstliche Aromen.

Deshalb ist es ratsam in eine ordentliche Grillzange zu investieren, somit lässt sich das Grillgut einfach wenden, ohne es anzustechen. Zudem wird durch den extra langen Griff am Besteck der Sicherheitsabstand automatisch eingehalten.

Nicht zuletzt zeigt ein Grillthermometer die richtigen Grade zum Grillen an. Liegt die Hitze zwischen 170 und 230 Grad Celsius, kann das Grillgut aufgelegt werden.

3. Grillzonen außer Acht lassen

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass durch viel Grillkohle das Garen schneller und besser gelingt. Die Stärke der Glut und der Hitze hängt nicht mit der Menge der Kohle, sondern mit der Menge der Glut zusammen. Je heißer der Grill ist, desto intensiver röstet das Fleisch, wird rascher trocken oder verbrennt sogar.

Breitet sich die Glut über die ganze Heizfläche aus, steht kein Bereich zum langsamen Garen oder Warmhalten des Grillgutes bereit. Liegt dagegen die Grillkohle nur auf der halben Fläche, stehen zwei Grillzonen zum direkten oder indirekten Grillen bereit.

Auf der Zone mit der geringeren Hitze brutzeln perfekt hitzeempfindliche Käse, Obst und Gemüse. Ebenso kann Fleisch langsamer gegart werden und fertige Speisen können warm gehalten werden.

4. Zu kaltes Fleisch auf den heißen Grill legen

Fleisch misst im Kühlschrank eine Kerntemperatur von circa 8 Grad Celsius. Bei sommerlichen Temperaturen gelangt das Fleisch oftmals vom Kühlschrank direkt auf den heißen Grill. Dann wird es außen zu rasch heiß, gart im Inneren nur unregelmäßig und der Garprozess dauert länger.

Als Regel gilt: Jedes Fleisch gehört eine halbe Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank. Erst wenn es Zimmertemperatur erreicht hat, entspannen sich die Fasern, es bleibt saftig und aromatisch.

Empfehlenswert ist es, den Rost früh aufzulegen. Dann erreicht er die richtige Betriebstemperatur und die Speisen kleben nicht an.

Ebenso lohnt es sich, den Verzehr abzuwarten. Auch wenn das fertige Grillgut herrlich duftet, schmeckt es nach einigen Minuten Ruhezeit noch besser. Das Fleisch entspannt sich, der Saft verteilt sich und die Aromen entfalten sich voll und ganz.

5. Zu mageres Fleisch verwenden

Zum Grillen von Fleisch ist Fett ein wichtiger Erfolgsgarant. Eine gute Fettmaserung und /oder ein kräftiger Fettrand machen das Fleisch knusprig und halten es saftig. Zudem ist Fett ein wertvoller, natürlicher Geschmacksträger.

Grillprofis empfehlen folgende Fleischstücke zum Grillen:

  • Kotelett
  • Nackensteak
  • Filet
  • Entrecote
  • Porterhouse
  • T-Bone
  • Wagyu

6. Gepökeltes Fleisch grillen

Gepökeltes Fleisch, wie beispielsweise Kasseler, Schinken und Bockwurst darf nicht zu heiß werden, da sich krebserregende Nitrosamine bilden. Deshalb sollte gepökeltes Fleisch nicht auf den Grill.

Zudem wurde Gepökeltes in Salz eingelegt und hat somit eine starke Gewürznote. Diese Note wird durch das Erhitzen noch verstärkt.

7. Fisch direkt auf den Rost legen

Im Gegensatz zu Fleisch, Gemüse und Grillkäse darf Fisch nicht direkt auf den Rost, denn die feine Haut würde auf dem Rost ankleben und verbrennen.

Fisch gart nur geschmackvoll in einem Grillkorb oder an einem Spieß (Steckerlfisch).

8. Grillgut klebt am Rost fest

Das Grillgut sollte nicht zu häufig gewendet werden.Das Grillgut sollte nicht zu häufig gewendet werden. (Foto by: macniak / Depositphotos)

Erst wenn die Kohle von einer dünnen Ascheschicht umhüllt wurde, ist die richtige Temperatur erreicht und bleibt konstant. Hat der Grillrost die richtige Hitze noch nicht erreicht, kann es passieren, dass das Fleisch am Rost anklebt und die wertvollen Röstaromen verbrennen und bitter werden.

Sobald die Kohle durchgeglüht ( 5 bis 10 Minuten) und der Grillrost warm genug ist, können die Speisen über die geeigneten Grillzonen gelegt werden. Wer möchte streicht den Rost noch mit etwas Öl ein und wirkt dem Ankleben ein wenig entgegen.

9. Zu häufiges Wenden

Grillen braucht Geduld. Ein oft gemachter Fehler ist zu häufiges Wenden der Speisen. Vor allem Fleisch wird dadurch trocken, verliert an Saft und Aromen.

Tipp: Fleisch maximal vier Mal wenden, Würste nur ein Mal wenden.

10. Bier auf das heiße Grillgut gießen

In der einen Hand die Grillzange und in der anderen Hand die Flasche Bier. Da ist die Versuchung schon groß, das heiße Steak mit dem Hopfensaft zu übergießen. Doch Vorsicht, kalte Flüssigkeiten kühlen die schön heiße Glut stark ab und wirbeln ungesunde Kohlepartikel und Rauch auf.

Wer auf das Aromatisieren nicht verzichten kannn, sollte eine dafür spezielle Vorrichtung verwenden.

11. Der Grillrost ist nicht sauber

Sauberkeit ist das A und O für ein gelungenes Grillerlebnis. Übrig gebliebene Essensreste vom letzten Grillen haben auf dem Rost nichts suchen.

Am besten wird der Rost nach dem Grillen - wenn dieser noch heiß ist - gereinigt. Dabei kann der Schmutz einfach mit einer Grillbürste abgebürstet werden.


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