Weinregion Mittelrhein

Die Weinregion Mittelrhein gehört zwar zu den kleineren Weinanbaugebieten in Deutschland, sie hat aber eine lange Geschichte und viele interessante Weine. Vom idyllischen Bingen bis nach Bad Honnef bei Bonn ziehen sich die Weinberge, in denen Trauben für Spitzenweine reifen.

Ein Blick auf das neogotische Schloß Arenfels mit seinen 10 ha großen Weinbergen.Ein Blick auf das neogotische Schloß Arenfels mit seinen 10 ha großen Weinbergen. (Foto by: TunedIn61 / Depositphotos)

Die Geschichte der Weinregion Mittelrhein

Alles begann mit den Römern, die fern der Heimat nicht auf ihren Wein verzichten wollten. Archäologische Funde beweisen, dass es zwischen Miesenheim und Andernach römische Siedlungen mit kleinen Weingärten gab. Dort wurden nicht nur Trauben angepflanzt, sondern auch Wein gekeltert.

Was nach dem Abzug der Römer geschah, bleibt im Dunkeln der Geschichte verborgen, denn erst im 4. Jahrhundert wird wieder über den Wein vom Mittelrhein berichtet. Ein Dichter, der am Hof von König Sigibert I. angestellt war, unternahm eine Fahrt mit einem Schiff und schwärmte daraufhin in seinem Reisebericht von den Weinreben, die in engen Reihen am Ufer und auch an den steilen Hügeln des Rheins standen.

Im 7. Jahrhundert wurde Boppard eines der bedeutenden Zentren für den Wein am Mittelrhein. Später kamen auch Rheinbrohl, Remagen und Kestert dazu. Wurde der Wein im frühen Mittelalter zunächst an den flachen Uferböschungen des Rheins angebaut, so ging man im Laufe der Jahrhunderte dazu über, die Reben mehr und mehr an den Hügeln anzupflanzen.

Die Winzer am Mittelrhein wurden von Reblausplagen verschont und auch die zahlreichen Kriege im Laufe der Zeit konnten ihnen wenig anhaben.

Das ist ein Grund, warum der Weinanbau am Mittelrhein noch heute sehr viel mit Tradition zu tun hat.

Die Weinregion Mittelrhein heute

Der Weinanbau am Mittelrhein macht nicht einmal ein Prozent des deutschen Weines aus, trotzdem ist der Wein vom Mittelrhein etwas ganz Besonderes. Auf 504 Hektar wachsen die Trauben, aus denen jedes Jahr rund 80.000 Hektoliter Wein gekeltert werden.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf trockenen Weißweinen, die 33 Prozent der Anbaufläche ausmachen. Etwas weniger Raum, nämlich nur knapp 30 Prozent, gehören den halbtrockenen Weinen.

Was die Weinregion Mittelrhein so einzigartig macht, ist die wunderschöne Lage. Enge Täler und schützende Berge, an deren Hängen die Rebstöcke stehen, prächtige Burgen hoch über dem Fluss, kleine mittelalterliche Städtchen mit idyllischen Weinlokalen und gemütlichen Weinstuben und nicht zuletzt die zahlreichen Weingüter, die fast alle in privater Hand sind, machen diese Weinbauregion mitten in Deutschland zu einem Erlebnis.

2003 wurde die Weinregion Mittelrhein in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Klima und Böden

Viel Sonnenschein, aber ohne allzu große Hitze, milde Winter mit moderaten Temperaturen und immer genug Regen – das sind ausgezeichnete klimatische Bedingungen, von denen der Wein am Mittelrhein profitiert.

Die Hanglagen, an denen die Reben stehen, wirken wie ein natürliches Bewässerungssystem und die Schieferböden entlang des Mittelrheins sorgen dafür, dass immer ausreichend Wärme gespeichert und an die Reben abgegeben werden kann.

Im Norden des Anbaugebiets Mittelrhein sind es die vulkanischen Böden mit viel Bimsstein und Tuffgestein, die den Wein zu Qualitätswein machen. Aber selbst auf Lehmboden und auch auf einem Untergrund aus Rheinkieseln wachsen noch wunderbare Jahrgänge.

Die besten Anbaugebiete

Das Weinanbaugebiet am Mittelrhein teilt sich in elf Großlagen und 111 Einzellagen.

  • Bekannt sind vor allem die Bereiche rund um die sagenumwobene Loreley, die Städtchen St. Goar und Oberwesel.
  • Auch die Weinberge zu Füßen der Marksburg sind bekannt für sehr guten Wein.
  • Am Mittelrhein ist Leutersdorf besonders für spritzige Weißweine ein fester Begriff, in der Region Siebengebirge wächst der Wein rund um den Petersberg.
  • Zu den Hochburgen der Weinregion Mittelrhein zählen aber besonders Bacharach und Boppard.

Die beliebtesten Rebsorten

Rund 85 Prozent der angebauten Reben am Mittelrhein sind dem Weißwein vorbehalten. Die größte Fläche gehört dem Riesling , dicht gefolgt von Müller-Thurgau, Grauburgunder, Scheurebe, Bacchus, Kerner und dem klassischem Chardonnay .

Aber auch der Rotwein vom Mittelrhein hat einen guten Namen. Dunkelfelder, Schwarzriesling (Müllerrebe), Frühburgunder, Regent , Pinot Noir und auch Blauer Portugiese gehören zu den bevorzugten blauen Rebsorten.


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