Schlesische Küche

In Deutschland kann man heute noch im Raum Görlitz die typisch schlesische Küche finden. Viele Familien, die durch die Heimatvertreibung im und nach dem 2. Weltkrieg weit entfernt vom ursprünglichen schlesischen Gebiet ihre Heimat gefunden haben, pflegen noch heute die überlieferten Kochtraditionen.

Streuselkuchen war früher vor allem in Schlesien ein gerne servierter Kuchen, heute ist dieser in ganz Deutschland beliebt.Streuselkuchen war früher vor allem in Schlesien ein gerne servierter Kuchen, heute ist dieser in ganz Deutschland beliebt. (Foto by: JoshuaBrian / Depositphotos)

Allgemein

Seit Jahrhunderten haben Deutsche und Polen in Schlesien zusammengelebt. Schlesien stand immer in regen Austausch mit den polnischen, böhmischen und österreichischen Nachbarn.

In Deutschland wird die schlesische Küche auch heute noch als Bestandteil der deutschen Länderküchen gesehen. Der heute in ganz Deutschland gern gegessene Streuselkuchen hat seine kulinarische Heimat in der schlesischen Küche.

Schlesisches Himmelreich

Das Schlesische Himmelreich ist ein berühmtes Gericht, bei dem Backobst, Schweinespeck und Schweinefleisch zusammen gekocht werden. Das weiche Fleisch wird in Würfel geschnitten und mit dem Backobst zusammen in einer gebundenen Soße serviert, dazu gibt es Klöße.

Die Schlesische Küche bietet eine große Vielfalt an Klößen, die alle zum Schlesischen Himmelreich passen:

  • Kartoffelklöße
  • Hefeklöße
  • Grieß- oder Semmelklöße

Pfefferkuchensoße

Diese Sauce gibt es nach schlesischer Tradition nur zu Weihnachten. Räucherfleisch oder Kassler werden weich gekocht. Anschließend bindet man den Kochsud mit zerbröselten Pfefferkuchen. In die Soße kommen außerdem noch Rosinen und gehackte Mandeln. Zu dem Fleisch und der Sauce wird Sauerkraut gegessen.

Es gibt auch die Variante, an Heiligabend die Pfefferkuchensoße zu einer original schlesischen Weißwurst und Kartoffeln aufzutragen.

Schlesische Kartoffelklöße werden gerne zum Schlesischen Traditionsgericht "Schlesisches Himmelreich" serviert.Schlesische Kartoffelklöße werden gerne zum Schlesischen Traditionsgericht "Schlesisches Himmelreich" serviert. (Foto by: dar19.30 / Depositphotos)

Gänseschmalz

Im Herbst und zu Weihnachten kam in Schlesien ein Gänsebraten auf den Tisch. Aus den fetten Tieren wurde vor dem Braten so viel Fett wie möglich herausgeschnitten und ausgelassen. Auch heute kann man nach einem schlesischen Rezept einen sehr leckeren Brotaufstrich herstellen. Mit Apfelstückchen, kleinen Zwiebelwürfeln und etwas Majoran oder Beifuß gewürzt, lässt man das kleingewürfelte Fett der Gans langsam ausbraten.

Wer das Schmalz als Brotaufstrich richtig fest haben möchte, fügt noch etwas Schweineschmalz dazu. Das Fett wird in ein Steingutgefäß gefüllt. Das Schmalz mit den Apfel- und Zwiebelstücken schmeckt besonders gut, hält aber nicht sehr lange. Wer es länger aufbewahren will, sollte es vor dem Erkalten durch ein Haarsieb filtern.

Herinsghäckerle

Dieser Heringssalat hat in viele Küchen Einzug gehalten, stammt aber ursprünglich aus Schlesien. Matjes werden ganz klein geschnitten und mit Ei, Schinken, Bratenresten, Zwiebeln und Gewürzgurken vermengt. Für dieses Rezept ist es wichtig, dass alle Zutaten ganz fein gehackt werden. Diese Mischung ergibt einen sehr leckeren Aufstrich zu kräftigem Bauernbrot.

Liegnitzer Bombe

Liegnitz ist eine Stadt in Niederschlesien. Die Liegnitzer Bombe ist ein dicker, mit Marzipan und kandierten Früchten gefüllter Pfefferkuchen mit einer Schokoladenglasur. Im Originalrezept verwendet man für die Füllung unter anderem Orangeat und kandierte Kirschen. Deshalb ist diese schlesische Spezialität auch unter dem Namen „Kirschbombe“ bekannt.


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