Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz – im Volksmund auch oft als Milchzuckerunverträglichkeit bezeichnet – gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Im Alltag lässt sich mit ein wenig Vorsicht bei der Speisenwahl gut damit leben und die Industrie stellt angepasste Lebensmittel wie MinusL-Milch und -Käse zur Verfügung.

Bei einer Laktoseintoleranz wird der Milchzucker vom Körper nicht vertragen.Bei einer Laktoseintoleranz wird der Milchzucker vom Körper nicht vertragen. (Foto by: Depositphotos_95637536_l-2015 / Depositphotos)

Milchzuckerunverträglichkeit

Laktose - im Deutschen Milchzucker genannt – ist ein Disaccharid bestehend aus Galaktose und Glucose, welches hauptsächlich in Milch und Milchprodukten vorkommt.

Nach der Aufnahme in den Körper wird die Laktose vom Enzym Laktase in die beiden Einzelzucker gespalten. Gelingt dies nicht, so wird die Laktose von Darmbakterien im Dickdarm verarbeitet, was zu Blähungen, Darmbeschwerden und Durchfall führen kann.

Die einfachste Therapie ist der Verzicht auf laktosehaltige Lebensmittel. Ist der Verzehr von Laktose unvermeidbar, stehen Medikamente mit Laktase als schnelle Hilfe zur Verfügung.

Ursachen und Ausprägung der Erkrankung

Gebildet wird die Laktose von allen Säugetieren. Sie ist der wesentliche Kohlenhydratanteil in der Muttermilch – auch beim Menschen. Naturgemäß hat der Mensch früher wie alle Säugetieren im Laufe der Kindheit die Fähigkeit zur Verstoffwechslung der Laktose verloren. Weil die Menschen aber seit Jahrtausenden Milch konsumieren, hat der Körper sich bei Vielen angepasst und erhält den Laktose-Stoffwechsel ein Leben lang aufrecht.

Tut er das nicht, so übernehmen Darmbakterien die Verarbeitung der Laktose. Die dabei entstehenden Gase führen zu Blähungen, Bauchkrämpfen und Unwohlsein bis hin zur Übelkeit und Erbrechen. Auch Durchfall kommt häufig vor.

Unbehandelt und unbeachtet führt die Laktoseintoleranz aufgrund der dauerhaften Darmreizung zu Resorptionsproblemen und in Folge dessen zu Mangelzuständen.

Syptome, wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen können auf eine Laktoseintoleranz hindeuten.Syptome, wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen können auf eine Laktoseintoleranz hindeuten. (Foto by: AllaSerebrina / Depositphotos)

Das richtige Ernährungskonzept

Man unterscheidet eine absolute Laktoseintoleranz, welche sehr selten vorkommt und auch Säuglinge betreffen kann.

Demgegenüber gibt es auch die beiden Formen des natürlichen Laktasemangels und der sekundären Laktoseintoleranz.

Der natürliche Laktasemangel ist in Gegenden, wo traditionell kaum Milchprodukte verzehrt werden, weit verbreitet. Die sekundäre Laktoseintoleranz entwickelt sich häufig erst im Laufe der Kindheit aufgrund von Magen-Darm-Infektionen, chronischen Krankheiten oder ähnlichem. Bei der absoluten Laktoseintoleranz empfiehlt sich eine Laktose-freie Ernährung, während bei den anderen beiden Formen geringe Menge Laktose meist vertragen werden.

Empfehlungen zu besonderen Lebensmitteln

Einen hohen Anteil an Laktose weisen Milch und nicht fermentierte Milchprodukte auf. Sie sollten von Betroffenen unbedingt komplett gemieden werden.

Dies gilt auch für viele Fertigprodukte, weil sie häufig Trockenmilchanteile enthalten. Laktose findet sich aber auch in vielen anderen Produkten wie Brot, Würzmischungen, Wurst und Süßigkeiten. Hier gilt es zum einen das Kleingedruckte auf den Packungen gründlich zu studieren und zum anderen zu beobachten, wie der Betroffene auf den Konsum reagiert.

Beim Käse enthalten vor allem Frischkäseprodukte viel Laktose während ausgereifte Hartkäse kaum noch Laktose aufweisen.

Für den Alltag sollten Betroffene auf die speziellen MinusL-Produkte zurückgreifen. Milch, Käse, Joghurt, Sahne, Quark und vieles mehr kommen dabei laktosefrei in den Handel.

Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit sollte der Konsum von Milchprodukten gemieden werden.Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit sollte der Konsum von Milchprodukten gemieden werden. (Foto by: brebca / Depositphotos)

Tipps und Tricks für den Alltag

Nicht jede Reaktion auf Milchprodukte muss auf eine Laktoseintoleranz zurückzuführen sein. Es gibt auch beispielsweise auch die sogenannte Kuhmilcheiweiß-Allergie, die ähnliche Symptome hervorruft aber aus medizinischer Sicht etwas völlig anderes isst. Hier hilft der Einsatz der sogenannten MinusL-Produkte gar nicht.

Die Allergie gegen Milcheiweiß betrifft im Gegensatz zur Laktoseintoleranz aber häufig Säuglinge und verwächst sich später.


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